Unruhige Hoffnung – Rückblick auf eine Konferenz zur Stärkung von Demokratie und Engagement

30. Januar 2026

„Die Konferenz war so gut und wohltuend und Rücken stärkend und verbindend – und nötig.
So unterschiedlich die Teilnehmenden auch waren – eines ist allen klar: wir müssen, nein, wir wollen uns verbünden!
Wir alle wollen diese Welt und unsere Kirchen und Communities zu gerechteren, inklusiveren, heilsameren Orten machen. Zu menschenfreundlicheren, sicheren Orten – und zwar für alle Menschen.
Und das geht nur gemeinsam. Jeder an seinem Ort, jede auf ihre Art und Weise. Alle sind eingeladen, mitzumachen!“

Diese Rückmeldung bringt auf den Punkt, was viele Teilnehmende teilten: das Bedürfnis nach Austausch, gegenseitiger Ermutigung und gemeinschaftlichem Engagement in herausfordernden Zeiten.

Rund 60 Menschen aus unterschiedlichen kirchlichen Kontexten kamen zusammen – aus evangelischen, katholischen, freikirchlichen und ökumenischen Zusammenhängen ebenso wie aus internationalen kirchlichen Räumen. Gemeinsam wurde der Frage nachgegangen, was Hoffnung heute bedeuten kann, wenn politische und gesellschaftliche Entwicklungen viele Menschen verunsichern.

Dabei zeigte sich ein zentrales Spannungsfeld, das auch den Titel der Konferenz prägte: Viele Teilnehmende erleben gegenwärtige Entwicklungen als beunruhigend – zugleich verweigern sie sich Resignation und entscheiden sich bewusst für Hoffnung. Diese Hoffnung bleibt nicht passiv, sondern versteht sich als Anstoß, Gesellschaft aktiv mitzugestalten. In diesem Sinne meint „unruhige Hoffnung“ eine Haltung, die wachsam bleibt und Verantwortung übernimmt.

Im Verlauf der Konferenz entstanden sieben Podcasts, die thematisch eine große Bandbreite abbilden. Diskutiert wurden unter anderem Fragen von Armut und Scham, Verschwörungsglauben und politischer Bildung, demokratischer Widerstandsfähigkeit sowie die emotionale Dimension von Hoffnung. Ergänzt wurden diese Gespräche durch einen künstlerischen Abend, der sich mit Rassismus, historischer Verantwortung und Hoffnung als persönlicher Erfahrung auseinandersetzte. Viele Teilnehmende beschrieben diesen Abend als einen Moment gemeinschaftlicher Vergewisserung und Ermutigung.

Besonders prägend war zudem der Raum für Begegnung und Vernetzung: Gespräche in den Tischgruppen, im Speisesaal oder an der Bar waren kein Beiwerk, sondern integraler Bestandteil der Konferenz. Hier wurde weitergedacht, diskutiert und darüber gesprochen, wie Christinnen und Christen an ihren jeweiligen Orten Demokratie stärken können.

Die Konferenz verstand sich bewusst als offener Diskursraum – als Ort, an dem unterschiedliche Perspektiven zusammenkommen, Hoffnung geteilt und demokratische Haltung reflektiert wird. Eine Wiederholung der Konferenz im kommenden Jahr ist bereits in Planung.

Weitere Informationen, Hinweise zur Vernetzung sowie der Newsletter zur Konferenz finden sich unter unruhigehoffnung.de.

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